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Vorgestellt: Wer ist Raphael Fellmer? Vom Geldstreik zum Gründer eines Retter-Onlineshops mit Supermärkten

Vorgestellt Raphael Fellmer

Mitgründer der Internetplattform „foodsharing“ sowie Gründer von „SIRPLUS“. Raphael Fellmer setzt sich bereits viele Jahre dafür ein, dass weniger Lebensmittel im Müll landen. Welchen inspirierenden Weg Raphael bis heute gegangen ist, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Hinweis: Dieser Beitrag ist Kooperation mit SIRPLUS entstanden.

Lebensmittelverschwendung vs. Hunger

Bereits als Kind bekam Raphael die Diskrepanz zwischen dem Überfluss an Lebensmitteln einerseits und den vielen hungernden Menschen weltweit andererseits mit. „Wie kann das sein? (…) wir sind doch eine Family, wir sind eine Spezies, wie können wir so miteinander umgehen?“ Fragen wie diese, beschäftigten Raphael und ihm war schon früh im Leben klar, dass er etwas verändern möchte. Er begeistert sich für Menschen und Kulturen auf der ganzen Welt und wünscht sich einen Einklang zwischen Mensch, Tier und Umwelt.

Vegetarismus aus ethischer und ökologischer Perspektive

Raphael lebte eine Zeit lang bereits vegetarisch, aus Liebe zu den Tieren. Später wurde ihm klar, dass es nicht nur aus ethischer, sondern auch aus ökologischer Perspektive sinnvoll ist, die Lebensmittel aus tierischen Ressourcen aus dem Ernährungsplan zu streichen. „Das Problem der Umwelt und des Klimawandels hängt massiv mit unserer Ernährung zusammen.“ Aus diesem Impuls heraus, entschied sich Raphael die vegetarische Ernährung wieder aufzunehmen. Die Bekanntschaft mit einem Veganer führte ihn schließlich zu seiner heutigen Ernährungsweise. Mittlerweile lebt er seit 10 Jahren vegan.

Von Holland nach Mexiko

Eine sehr einprägsame Erfahrung in Raphael´s Leben war eine Reise von Den Haag bis nach Mexiko, wo er zu zwei Hochzeiten eingeladen wurde. Als er sich die Ökobilanz dieser Reise vor Augen führte, war ihm klar, dass es keine Reise im herkömmlichen Stil sein konnte. Daher entschied sich Raphael dazu, sich als Pendler zu seinem Ziel zu begeben. Er versuchte, seine Reise so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Die Idee: „Wir nutzen das, was schon da ist(…)“. Die ganze Zeit über versorgte er sich ausschließlich mit entsorgten Lebensmitteln, nutze vorhandene Transportmittel und trug Kleidung aus zweiter Hand. Nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch ein großes Abenteuer, das ihn nachhaltig prägt.

Fünfeinhalb Jahre leben ohne Geld

Noch auf der Reise fasste er den Beschluss, in den Geldstreik zu gehen. Dieser begleitete ihn von diesem Punkt an fünfeinhalb Jahre. Die Versorgung sicherte er sich durch´s „Containern“ – also indem er die Mülltonnen von Supermärkten nach Lebensmitteln durchsuchte. Entgegen der allgemeinen Vorstellung, befinden sich in diesen Containern keine schlechten, ungenießbaren Lebensmittel. Raphael beschrieb, wie einfach es war, sich ausschließlich auf dieser Basis zu ernähren und wie viel Nahrung er in den Supermarkttonnen vorfand.

Wenn du genaueres über Raphael´s Zeit ohne Geld erfahren möchtest, lies gerne sein Buch "Glücklich ohne Geld". Passend zum Thema des Buches, musst du hierfür nicht einmal einen Cent bezahlen, denn es gibt einen kostenlosen Download. Viel Freude beim Lesen!

Der Beginn von foodsharing

Er beschloss, sich mit seinem Lebensweg in die Öffentlichkeit zu begeben. Um das Thema Lebensmittelrettung jedoch für alle zugänglich und umsetzbar zu machen, musste Raphael einen neuen Weg einschlagen. Die Plattform „foodsharing“ wurde geboren. Diese bietet Firmen und Privatpersonen die Möglichkeit überschüssige Lebensmittel mit der Community zu teilen bzw. diese am entsprechenden Ort abzuholen. Mittlerweile gibt es 100.000 „Foodsaver“, ehrenamtliche Mitarbeiter, die Lebensmittel bei Produzenten und Händeln abholen, um diese zu verteilen. Foodsharing ergänzt die Arbeit der Tafel, erklärt Raphael. Doch das reichte ihm nicht mehr, er beendete seinen Geldstreik, um seine Vision größer zu denken und diese nachhaltig umsetzbar zu machen.

„Geld ist wie ein Messer: ich kann es für ein zauberhaftes, veganes Gericht, um Menschen zu ernähren, wo sie Freude dran haben, nutzen – ich kann es aber auch nutzen, um einem Mensch oder einem Tier Leid zuzufügen.“

2017: SIRPLUS startet

Damit Lebensmittelrettung für Jeden praktikabel ist, wurde schließlich SIRPLUS gegründet. SIRPLUS ist sowohl eine Onlineplattform, als auch eine Marktkette in Berlin. Online hat man die Wahl gerettete Lebensmittel zu kaufen oder ein Abo für eine Retterbox abzuschließen. Beispielsweise kann man eine Bio-Vegane Retterbox wählen, die, wie alle anderen Boxen, einmal im Monat vor die Haustür geliefert wird. Übrigens: Wenn du Interesse hast, Online-RetterIn zu werden, wie 40.000 Menschen vor dir, dann nutze gerne den Rabattcode: Alex25. Damit gibt es auf alle geretteten Lebensmittel und die Retterboxen, inkl. dem Bio-Vegan und Veggy- Abo, im Online-Shop 25% Rabatt auf die erste Bestellung. Bis heute wurden bereits 4,5 Millionen Lebensmittel durch SIRPLUS gerettet.

Warum gibt es so viele gerettete Lebensmittel?

Produkte, die die Rettermärkte oder den Onlineshop von SIRPLUS erreichen, sind entweder kurz vor dem Haltbarkeitsdatum oder gerade abgelaufen. Lebensmittel an gängige Supermärkte werden nur dann vom Zentrallager an die zuständige Filiale geliefert, wenn diese mindestens noch 50% Restlaufzeit haben. Raphael klärt auf, dass es einen deutlichen Unterschied gibt, zwischen dem Verbrauchsdatum und dem Mindesthaltbarkeitsdatum von Nahrungsmitteln. Ersteres ordnet man sehr sensiblen und/oder rohen Lebensmitteln zu, zweiteres soll lediglich als ungefährer Orientierungspunkt dienen. Zum Teil werden Produkte in der Industrie sogar ausschließlich aus Marketinggründen mit verschiedenen Haltbarkeitsdaten verkauft, erklärt Raphael. Ein Produkt kann, sehr wahrscheinlich sogar, weit über das MHD hinaus noch gut und genießbar sein. Raphael rät, sich mehr auf seine Sinne zu verlassen, wenn man sich unsicher ist, ob ein Lebensmittel noch genießbar ist. Das heißt, Riechen, Gucken und Schmecken helfen dir dabei, weniger zu verschwenden.

Was kann ich allein gegen Lebensmittelverschwendung tun?

  • Auf die Sinne verlassen, wenn das MHD abgelaufen ist
  • bewusster Portionen kalkulieren
  • mit dem, was „bald weg muss“ kochen
  • in Restaurants: übrig gebliebendes Essen einpacken lassen
  • Einkauf planen
  • Gerichte zweimal essen oder einfrieren
  • sich Prozesse der Produktion bewusster machen

Das Video zum Interview


Hinweis: Das innovative Projekt „Vorgestellt“ wird durch Mittel Europäischer Sozialfonds unterstützt.

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